"Edelsteine

Mit den Edelsteinen erschließt uns die Erde ihre prächtigsten Schätze

Unvergängliche Diamanten, blutrote Rubine, intensiv grüne Smaragde und tiefblaue Saphire, dazu Aquamarine in den Farben des Ozeans, purpurviolette Amethyste, goldgelbe Zitrine, Turmaline in allen Farben des Spektrums, blauviolett leuchtende Tansanite, cognacfarbene Topase und viele andere. Im Wasser und Fluss entstehen die seidig glänzenden Perlen. Hier möchten wir Ihnen die Besonderheiten der bekanntesten Edelsteine vorstellen, Sie aber auch über die Verbesserungsmethoden informieren.  

• AQUAMARIN •

Sein Name bedeutet „Meerwasser“, und damit beschwört er ein Bild von wunderbar reinem, klarem, blauen Wasser herauf. Er ist  dem Smaragd sehr nahe verwandt, doch im Unterschied zu ihm tritt er oft in großen, klaren Exemplaren auf. Wir kennen den Aquamarin von farblos hellblau bis intensiv tiefblau. Diese wundervollen Farben werden seit vielen hundert Jahren durch leichtes Erhitzen erreicht, weil natürliche Aquamarine von Natur aus oft eher grünlichblau sind. Hellgrüne und gelbliche Steine nennt man Berylle, denn mineralogisch gesehen ist der Aquamarin der blaue Beryll und der Smaragd der grüne Beryll.

• AMETHYST UND ZITRIN •

Die bekanntesten und auch die wertvollsten Edelsteine der großen Quarzgruppen sind der purpurfarbene Amethyst und der gelbe bis rotbraune Zitrin. Sie haben eine Härte von 7. "Nicht trunken" bedeutet das griechische Wort "amethystos", weiterhin wird der Name davon abgeleitet, dass sich der Stein der Farbe des Weines nähert, aber vorher im violetten stehen bleibt. Über die magischen Kräfte welche dem Amethysten zugeschrieben werden, hat schon Plinius der Ältere geschrieben. Die Farbveränderung durch erhitzen oder brennen zu citrinfarbig gebrannten Amethysten lässt sich nur bei Steinen von bestimmten Fundstellen vornehmen.  Die Intensität der Farbe entspricht etwa dem vorherigen Violett. Man nennt die grünen Quarze "Prasiolith". Die farbgebenden Elemente bei Amethyst sind, wie spektral analytische Methoden ergaben, Kaliumferrocyanid oder auch Eisenrhodanid. Zu finden sind sie in Brasilien, Ceylon , Mexico, Russland , Südafrika, Tansania und Uruguay.

• CHRYSOBERYLL •

Die Chrysoberylle sind wunderschöne. Leider weniger bekannte, sehr lebhafte und widerstandsfähige Edelsteine. Ihre häufigsten Farben variieren von Hellgelb über Grünlichgelb, Goldgelb bis Goldbraun. Eine ganz außergewöhnliche Eigenschaft weist die kostbarste Varietät mit dem Namen Alexandrit auf: Er leuchtet bei Tageslicht grün und bei Kunstlicht rot! Im Spotlicht zeigen gewisse „en Cabochon“ geschliffene Chrysoberylle eine wogende helle Lichtlinie; diese seltenen und kostbaren Edelsteine heißen Chrysoberyll-Katzenaugen.

• DIAMANT •

Die härteste natürliche Materie unserer Erde übt seit Jahrtausenden eine ganz besondere Faszination auf die Menschen aus. Seine Unvergänglichkeit macht den Diamanten zum Symbol für Beständigkeit, Zuneigung und Liebe. Perfekte Schliffe verleihen ihm seine unvergleichliche Brillanz, sein Feuer und sein Funkeln. Wird er mit 58 Facetten versehen, nennt man ihn Brillant. Am kostbarsten sind völlig farblose Diamanten, welche frei von inneren Merkmalen sind. Natürliche Einschlüsse mindern wohl den Preis, jedoch ist dies gleichzeitig ein Echtheitsmerkmal, gewissermaßen ein natürliches Zertifikat! Einschlüsse und Risse können technisch und chemisch bearbeitet werden, doch sie sind nicht immer gleich widerstandsfähig, und auf alle Fälle muss Ihnen dies klar und deutlich mitgeteilt werden, denn solcherart behandelte Diamanten sind deshalb viel weniger wert. Völlig farblose oder intensiv naturfarbene Diamanten von Gelb über Braun bis Rosa und Blau sind außerordentlich selten und erzielen deshalb Spitzenpreise. Doch auch die Diamantenfarbe kann künstlich durch Bestrahlen und Erhitzen verändert werden. Diese sind meistens Gelb, Blau oder seltener Rosa und viel preisgünstiger, weshalb es zwingend ist, dass Sie dies als Käufer wissen.

• GRANAT •

Wer kennt nicht die kleinen dunkelroten, in Rosettenform gefassten Granate! Granat jedoch ist der Familienname einer großen Zahl edler Minerale. Einige davon sind begehrte, aber sehr unterschiedlich aussehende Edelsteine. Wohl die bekanntesten Granate sind rot, von Braun Rot bis Violett. Sie heißen Pyrop, Almandin und Rhodolith. Man findet auch orange, ja sogar intensiv grüne, durchsichtige Granate, die Tsavolithe aus Ostafrika, welche sich großer Beliebtheit erfreuen. Durchsichtige, intensiv farbene und größere Granate sind seltene und auch kostbare Edelsteine. Zur Granatgruppe gehören ebenso einige beliebte Schmucksteine wie zum Beispiel der Grossularit. Granate werden von der Natur perfekt hervorgebracht, so dass sie keinerlei Nachbehandlung bedürfen. Der Edelsteinschleifer allein entlockt ihnen mit raffinierten Schliffanlagen ihre innere Schönheit und bringt sie damit zum Funkeln.

• OPAL •

Ein ganz besonderer Edelstein ist der Opal. Wird er bewegt, versprüht er seine Farbreflexe in Blau, Grün, Rot und Gelb. Er war der Lieblingsstein von Königen und Kaisern, und er erfreut sich auch heute allergrößter Beliebtheit. Da jeder Opal einen kleinen Anteil an Wasser besitzt, kann er unter extremen Bedingungen austrocknen und in sehr seltenen Fällen sogar rissig werden. Ganz wenig Feuchtigkeit genügt ihm zu seiner Pflege. Opale sind Individualisten, nie gibt es zwei gleiche, und ihre Varietäten sind vielfältig. Opale gibt es von Weiß über Grau bis Schwarz. Gewisse poröse Opale werden künstlich geschwärzt, um damit den kostbarsten Opal, den Schwarzopal, nachzuahmen. Diese Behandlung muss Ihnen unbedingt mitgeteilt werden, denn künstlich geschwärzte Opale sind nicht wertvoll. Oft werden dünne Scheiben aus Opal mit einer dunklen Unterlage und oft noch mit einem durchsichtigen Oberteil versehen. Diese zusammengesetzten Produkte müssen als Opal-Doublette oder Opal-Triplette bezeichnet werden. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch jene Opale, welche auf oder in ihrem Muttergestein belassen und mit ihm zusammen geschliffen werden. Man nennt sie Matrix-Opale oder auch, gleich wie in ihrem Herkunftsland Australien, Boulder-Opale. Weisen sie ein intensives Farbspiel auf, besonders mit roten Reflexen, sind sie sehr wertvoll. Er wird in Australien, Ungarn, Brasilien und Mexiko gefunden.

• PERIDOT •

Schon die alten Ägypter begehrten das einmalige Grün des Peridots, welcher früher seines oft öligen Aussehens wegen auch Olivin genannt wurde. Beim Peridot ist keinerlei Behandlung erforderlich. Da er jedoch etwas weniger hart ist als viele seiner Edelsteinbrüder, muss er am Finger mit Vorsicht getragen werden. Aus neuen Vorkommen gelangen heute völlig transparente Peridot auf den Markt, denen raffinierte Schliffe das Leben einhauchen. Fundstellen u. a. sind Burma, Norwegen, Ceylon, Australien, Mexiko oder USA. Im Jahre 1749 entdeckte man im Ostsibirischen Jenissejsk einen grossen Meteoriten. In diesem Meteoriten fand man Peridote, welche gross genug waren, dass man sie schleifen konnte. Sie zeigten auch tadellose Kristallbildungen. Somit ist der Peridot einer der wenigen uns heute bekannten Edelsteine aus dem Kosmos.

• RUBINE •

Der blutrote Rubin ist einer der wertvollsten Edelsteine. Er ist seit Jahrtausenden ein Symbol für Leidenschaft, feurige Liebe, Macht und verschwenderischen Reichtum. Nur ganz wenige Rubine sind von Natur aus intensiv gleichmäßig rot und klar. Deshalb ist es  seit Jahrhunderten üblich, dass bereits in den Ländern ihres Vorkommens durch kontrolliertes Erhitzen Farbe und Klarheit verbessert werden. Weniger wertvollen Rubinen weisen oberflächliche, winzige Risse und kleine Grübchen auf, die beim Erhitzen mit einer glasigen Substanz ausgefüllt werden. Diese Behandlung muss Ihnen klar deklariert werden.

• SAPHIR •

Der Rubin und der blaue Saphir sind mineralische Brüder, die sich nur in ihrer Farbe unterscheiden. Das beruhigende, tiefe Kornblumenblau des Saphirs begeistert die Menschheit seit Jahrtausenden. Blau ist wohl die bekannteste Farbe dieses Edelsteins, doch Saphire gibt es auch in zartem bis intensiven Pink, in Goldgelb und Orange, in Purpur- und Grüntönen oder farblos.  Saphire werden seit dem Altertum hoch geschätzt. Makellose, reine Saphire sind sehr selten, deshalb werden die meisten seit alters her erhitzt, was die Farbe intensiviert und die Reinheit dauerhaft erhöht. Die erhitzten Saphire sind erschwinglicher als die wenigen, von Natur aus perfekten Saphire. Im Handel tauchen neuerdings Saphire auf, welche, eingebettet in farbgebendes Pulver, bis fast zum Schmelzpunkt erhitzt werden. Dabei entsteht an der Oberfläche eine dünne, blaue Farbschicht. Solche diffusionsbehandelten Saphire sind weit günstiger  als natürlich blaue Steine. Über diese Behandlung muss der Käufer umfassend aufgeklärt werden.

• SMARAGD •

Der Smaragd mit seiner magischen Anziehungskraft symbolisiert für viele Kulturen die Wiedergeburt und das Leben in seiner ganzen Fülle. Seine satten Grüntöne erinnern an das Erwachen der Natur im Frühling und künden von neuen Hoffnungen und Möglichkeiten. Ein Smaragd ohne Einschlüsse wäre eine absolute Rarität, denn praktisch alle weisen sie einzigartige Geburtsmerkmale in Form von winzigen Risschen auf, die man in ihrer Gesamtheit als „Jardin“, also als Garten, bezeichnet. Oft verraten sie dem Gemmologen damit sogar ihre Herkunft. Der Smaragd ist ein Edelstein, der mit großer Sorgfalt getragen werden muss. In neuerer Zeit werden bei manchen Smaragden an Stellen der üblichen Öle auch gefärbte oder farblose Kunstharze verwendet, welche im Stein aushärten und kaum mehr entfernt werden können. Alle diese Behandlungen müssen klar und als solche deklariert werden.

• SPINELL •

Erst vor 150 Jahren wurde der Spinell als eigenständiges Mineral, als Edelstein erkannt. Die seltensten und darum kostbarsten Spinelle sind leuchtend rot; daneben gibt es zahlreiche Farbvariationen, vor allem Pastelltöne von Hellrot über Violett bis Blau. Spinelle stammen hauptsächlich aus Myanmar (Burma) und Sri Lanka, wo sie in den Minen wie Rubin und Saphir gefunden werden. Dies erklärt auch, weshalb viele große und bekannte Rubine in Wirklichkeit Spinelle sind. Spinelle in feinen Qualitäten werden selten gefunden, weshalb man sie nicht oft im Handel oder gar in Schmuck gefasst trifft, obwohl sie mit Härte 8 und dauerhaft sind. Spinelle werden lediglich geschliffen, ansonsten nicht behandelt.

• TOPAS •

Die kostbaren und seltenen Topase verwechselte man früher oft mit dem viel preisgünstigeren Zitrin, denn die begehrteste Farbe ist Cognacbraun bis Lachsorange. Rosafarbende Topase sind selten anzutreffen, und nur hin und wieder trifft man auf ganz zart hellblaue Steine. Die farblosen und daher weniger attraktiven Topase findet man jedoch in großen Mengen. Große Verbreitung finden sich die künstlich in der Färbung veränderten Topase. Diese  sind  jedoch keineswegs wertvoller, finden aber  große Verbreitung weil sie preiswert sind. Der seriöse Juwelier klärt den Kunden über solche künstlichen Farbveränderungen unmissverständlich auf.

• TURMALIN •

Turmaline bereichern die Edelsteinpalette in allen Regenbogenfarben. Rote, gelbe, orange,grüne, blaue und violette Turmaline begeisterndie Menschen seit hunderten von Jahren. Grün und Rosa dominieren. Sehr dunkle Turmaline aller Farben werden meistens erhitzt, um sie aufzuhellen und die Lebendigkeit zu steigern.Neuerdings werden Rosaturmaline auch durch Bestrahlen in ihrer Farbe verbessert, eine Behandlung, welche nicht nachgewiesen werden kann.

• TANSANIT •

Ein seltener und deshalb sehr kostbarer Edelstein. Vortrefflich ergänzt er mit seinem Blau, Purpur und Violett den Farbenreichtum der Edelsteine. Der Tansanit ist wohl einer der schönsten Schätze der Erde. Gefördert wird er, der Name sagt es, in Ostafrika, zu Füßen des Kilimandscharo, in Tansania. Von Natur aus sind viele Tansanite braungrün. Erst beim nachträglichen Erhitzen entsteht das arttypische Blau-violett, das wir an diesem wertvollen Edelstein so schätzen.

• ZIRKON •

Zirkone sind sehr lebhafte, farbintensive Edelsteine mit hohem Glanz. Ihr Feuer und die hohe Lichtbrechung werden seit dem Altertum geschätzt. Leider trifft man sie heute im Handel selten an. Wohl sind sie mit Härte 7 recht hart, doch sind sie spröde und deshalb für Ringe weniger geeignet. Sie gibt es in den Farben Gelb, Braun, Braun Rot, seltener Rosa und Grün. Wenn man sie auf 800 bis 1000°C erhitzt, werden sie farblos oder blaugrün.

• PERLEN •

Perlen sind zwar keine Steine, doch zu den edlen Materien dieser Erde zählen sie gleichwohl, denn seit Urzeiten schätzen und lieben die Menschen den feinen, oft irisierenden Glanz und die seidig zarte Oberfläche von Naturperlen. Doch diese echten Perlen sind extrem rar geworden und konnten die Nachfrage nicht decken. So wurde in Japan um 1900 die Technik der Perlenzucht entwickelt. Dabei werden den Muscheln ein Stückchen Haut einer verwandten Muschel eingesetzt, manchmal zusammen mit einem Kern aus Perlmutt. Im Salzwasser bildet das Hautstückchen Perlmutt und so wächst dank dieser aufwendigen Technik eine Zucht- oder Kulturperle heran. Die gleiche Technik wird auch bei Süßwasser- und Südseemuscheln angewandt. Man unterscheidet zwischen Akoya-Zuchtperlen, den Süßwasser-Zuchtperlen und den Südsee-Zuchtperlen. Bei der Ernte entsprechen noch nicht alle Zuchtperlen den Wünschen der Trägerinnen. Praktisch alle Zuchtperlen werden vorsichtig poliert, um ihren Glanz zu steigern. Leicht Akoya-Zuchtperlen fleckige Zuchtperlen werden gebleicht und man verleiht ihnen einen zarten Rosaton. Bei Zuchtperlen, welche künstlich von Weiß auf grau oder gelb gefärbt oder mittels Bestrahlung in ihrer Farbe verändert wurden, muss Ihnen diese Behandlung unmissverständlich mitgeteilt werden. Zuchtperlen sind empfindliche Produkte und sollten deshalb nicht mit andern, härteren Schmuckstücken zusammen aufbewahrt werden und sie sollten von Kosmetika, Parfum, Haarlack und Lösungsmitteln Südsee-Zuchtperlen ferngehalten werden. In der arabischen Welt, Persien oder Indien waren Perlen im Altertum hoch geschätzt. In der islamischen Perlensymbolik wird die Perle in der Regel mit Jungfräulichkeit verbunden. Auch bei Griechen und Römern waren Perlen sehr begehrt. „Margarita“  wurde die Perle genannt,  als Bezeichnung für die Geliebte, ein Begriff, der sich bis heute im Namen Margarete erhalten hat. Perlen in China z. B. das Symbol für Reichtum, Weisheit und Würde; in Japan bedeuten sie Glück, in Indien Kinderreichtum. Im Mittelalter erhielt sie zudem einen sakralen Charakter.